Eine GOTTWALD-PMA100216-Drehverbindung kam mit Klemmen, ungewöhnlichen Geräuschen und erhöhtem Spiel zur Prüfung. Maßkontrolle, Demontage und Magnetpulverprüfung zeigten, warum die Reparatur gestoppt werden musste.
Eine hochbelastete Dreireihen-Rollendrehverbindung aus einem GOTTWALD-PMA100216-Kran am größten Hafen Bangladeschs wurde zum MERYDOM-Werk in China geschickt. Der Kran zeigte zeitweises Klemmen, zunehmendes Lagerspiel und ungewöhnliche Geräusche beim Schwenken. Die Maschine gehört zu den Dauerbetriebsanlagen aus dem MERYDOM-Leitfaden für Drehverbindungen in Hafenmaschinen, darunter Portal- und mobile Hafenkrane, Greiferentlader und Umschlaggeräte. Der Kunde stellte zwei getrennte Fragen:- Kann das ursprüngliche Lager sicher repariert werden?
- Kann MERYDOM ein neues Ersatzlager fertigen, wenn die Reparatur nicht vertretbar ist?

Gemeldete Symptome: Klemmen, Spielzunahme und Geräusche
Die drei Symptome waren mit fortgeschrittenem Innenschaden vereinbar, bestimmten aber allein noch keine Ursache.- Zeitweises Klemmen kann entstehen, wenn zerstörte Laufbahngeometrie, verdrängtes Metall, große Verschleißpartikel oder beschädigte Rollen den Lauf stören.
- Zunehmendes Spiel kann aus verlorenem Laufbahnmaterial, Wälzkörperverschleiß oder bleibender Verformung entstehen.
- Ungewöhnliche Geräusche entstehen, wenn Rollen über Abplatzungen, Risse, Eindrückungen oder Metallpartikel laufen.
Schritt 1: Eingangsprüfung und Maßkontrolle
Vor der Demontage dokumentierte MERYDOM die äußere Ausführung und prüfte die Hauptabmessungen. Die Identifikation eines Großlagers darf nicht nur auf Typenschild oder nominalem Außendurchmesser beruhen. Ring- und Zentrierhöhen, Lochbilder, Verzahnung, Laufbahnanordnung und Schnittstellen müssen zusammenpassen. Die gemessene Geometrie lag nahe am MERYDOM-Referenzmodell 133.50.3150, einer innenverzahnten Dreireihen-Rollendrehverbindung. Die Katalogausführung besitzt nominal 3.432 mm Bauraum-Außendurchmesser, 2.768 mm freie Innenöffnung und 270 mm Gesamthöhe. Diese Ähnlichkeit machte sie zu einem sinnvollen Ausgangspunkt, bewies aber keine automatische Austauschbarkeit. Ein Ersatzlager ist weiterhin gegen Originalzeichnung und Maschinenschnittstellen zu prüfen:- alle Ring- und Zentrierdurchmesser;
- Gesamt- und Einzelringhöhen;
- Bohrungszahl, Lochkreise, Durchmesser und Gewinde;
- Modul, Zähnezahl, Profilverschiebung, Druckwinkel und Flankenspiel der Innenverzahnung;
- Axial-, Radial- und Kippmomentlastfälle;
- Betriebsprofil, Stoßfaktoren und Lebensdauer;
- erforderliches inneres Spiel;
- Schmierung, Dichtung und Korrosionsschutz;
- Werkstoff, Laufbahnhärte und wirksame Härtetiefe;
- Prüf-, Rückverfolgbarkeits- und Zertifikatsumfang.


Schritt 2: Demontage und Fundzustand
Nach dem Öffnen wurden Fett, Schlamm und lose Partikel entfernt, um Dreiringaufbau und Laufbahnen zu untersuchen. Untere und mittlere Ringlaufbahnen zeigten schwere Schäden, weit über leichte Politur oder einzelne flache Spuren hinaus: großflächige Abplatzung, Riefen, Verschmierung, plastische Verformung und makroskopischen Verlust beziehungsweise Versatz von Laufbahnmaterial. Diese Befunde erklärten die Symptome: fehlendes und verdrängtes Material vergrößerte das Spiel; verformte Laufbahnen behinderten die Rollen; lose Metallteile wurden wiederholt überrollt; stark beschädigte Sektoren erzeugten Stoß und Geräusch. Eine leichte Aufarbeitung mit Reinigung, Politur, neuen Rollen und Dichtungen war eindeutig unzureichend.




Mögliche Ursachen dieser Laufbahnzerstörung
Die Fotos zeigen den Endzustand, beweisen aber nicht allein den Auslöser. Eine belastbare Ursachenanalyse benötigt Betriebsstunden, Lastverlauf, Schmierprotokolle, Dichtungszustand, Fettanalyse, Montageebenheit, Schraubenvorspannung und die Lage der Schadenssektoren zur Kranstruktur. Hafenmaschinen brauchen eine anwendungsspezifische Betrachtung, weil beladene Schwenkzyklen, kurze Umkehrwinkel, abrasiver Ladungsstaub, Küstenfeuchte und Stillstandsdruck gemeinsam wirken.1. Unzureichende oder gealterte Schmierung
Bei hoher Kontaktspannung führt ein unzureichender Schmierfilm zu Metallkontakt, Reibung, Wärme, Verschmierung, Riefen und oberflächeninitiierter Ermüdung. Ursachen können blockierte Leitungen, zu geringe Menge, ungeeignetes Fett, lange Intervalle, Alterung oder fehlende Umfangsbewegung beim Nachschmieren sein. Kurze Arbeitsbögen von Hafenkranen erfordern besondere Aufmerksamkeit für die Verteilung.2. Wasser, Salz und feste Verunreinigungen
Feuchtigkeit, Salz, Regen, Staub und Ladungsreste gelangen bei beschädigten Dichtungen oder unzureichender Fettspülung in das System. Wasser schädigt Fett und erzeugt Korrosionsnarben; harte Partikel ritzen oder drücken Wälzflächen ein. Beide schaffen Spannungskonzentratoren. Später wird abgeplatztes Metall selbst zum Schleifmittel.3. Stoß oder wiederholte Überlast
Greiferstöße, abruptes Bremsen, Not-Halt, außerplanmäßige Hübe, Schiffsbewegung und Dynamik können die Auslegung überschreiten. Ein Einzelereignis hinterlässt bleibende Verformung oder Untergrundschaden; wiederholte Überlast beschleunigt Ermüdung. Entscheidend sind reale Axial-, Radial- und Kippmomentlasten, nicht nur die Kran-Nenntragfähigkeit.4. Montageverzug und ungleiche Schraubenvorspannung
Hochpunkte, flexible Sockel, Schweißverzug, Korrosion in der Fuge oder ungleiche Vorspannung verformen die Ringe. Randlast beziehungsweise Umfangskonzentration zwingt wenige Rollen, einen unverhältnismäßigen Lastanteil zu tragen.5. Fortschreitende Spielzunahme bei Weiterbetrieb
Anfangsverschleiß verändert Geometrie und Lastteilung. Mit steigendem Spiel nehmen Stoß, Schräglauf und Gleiten zu; Partikel werden überrollt. Es entsteht eine selbstbeschleunigende Kette: Oberflächenschaden → Mikroriss → Abplatzung → Partikel → Spielzunahme → Stoß und Lastkonzentration → größere und tiefere Schäden.6. Wälzkontaktermüdung
Untergrundrisse können nach vielen Kontaktzyklen zur Oberfläche wachsen. Schmiermangel, Schmutz, Überlast und Verzug verkürzen diesen Prozess stark. Im fortgeschrittenen Zustand wirken mehrere Mechanismen gleichzeitig und frühe Hinweise können durch Folgeschäden zerstört sein. Einen allgemeinen Diagnoseablauf enthält Warum Laufbahnen abplatzen.Schritt 3: Kontrollierte Bearbeitung des Untergrunds
Um einen technisch vertretbaren Reparaturweg zu prüfen, entwickelte MERYDOM einen stufenweisen Prüfplan. Der Ring wurde auf einer Vertikal-CNC-Maschine gespannt und die verbleibende beschädigte Laufbahnschicht kontrolliert entfernt. Dadurch wurden loses, stark verformtes Restmaterial beseitigt und der darunterliegende Ringwerkstoff für zerstörungsfreie Prüfung freigelegt.Die Bearbeitung allein macht ein Lager nicht reparierbar. Der Ring braucht weiterhin ausreichenden Querschnitt, gesunden Untergrund, wiederherstellbare Geometrie und einen qualifizierten Weg zu Laufbahnhärte und Härteprofil.



Schritt 4: Magnetpulverprüfung änderte die Entscheidung
Nach dem Bearbeiten erfolgte eine Magnetpulverprüfung der ferromagnetischen Oberflächen. Sie zeigt oberflächenoffene und oberflächennahe Trennstellen, die visuell schwer erkennbar sind. Ausgeprägte lineare Anzeigen innerhalb und neben den beschädigten Zonen belegten, dass nicht nur Riefen oder eine abtragbare Deckschicht betroffen waren. Nach Entfernung der geschädigten Laufbahn blieben Trennstellen im lasttragenden Untergrund.


Warum MERYDOM die Reparatur ablehnte
Reparierbarkeit hängt nicht davon ab, ob Metall entfernt oder aufgetragen werden kann. Geometrie, Werkstoffintegrität, Laufbahnhärte, wirksame Härtetiefe, Lagerspiel und Tragfähigkeit müssen nachvollziehbar wiederherstellbar sein. Hier bestanden unvertretbare Unsicherheiten:- Tiefe und Umfang der Risse waren kein oberflächlicher Fehler;
- weiterer Abtrag hätte Ringquerschnitt und Laufbahngeometrie verändert;
- lokales Schweißen oder Auftragen hätte Wärmeeinflusszonen, Eigenspannung, Verzug und neue Trennstellen erzeugen können;
- die ursprüngliche Wälzermüdungsfestigkeit war nicht belegbar wiederherzustellen;
- das Versagen der sicherheitskritischen Kran-Drehverbindung gefährdet Menschen, Anlage und Hafenbetrieb.
Ersatzkonstruktion: 133.50.3150 als Referenz, nicht als Annahme
Das nahe Standardmodell 133.50.3150 ist ein effizienter Startpunkt für ein neues innenverzahntes Dreireihen-Rollenlager. Die endgültige Auslegung folgt jedoch verifizierten Schnittstellen, Verzahnungsprüfung, Originalzeichnung sowie Last- und Betriebsdaten. Besonders zu prüfen sind Lastorientierung und -kollektiv, Ebenheit und Steifigkeit, Schrauben und Vorspannung, Schmierung jeder Laufbahn, Marinedichtungen, Ausgangsspiel sowie Nachweise zu Werkstoff, Wärmebehandlung, Verzahnung und Montage.Ein Austausch ohne Beseitigung der Systemursache kann denselben Schaden reproduzieren. Lagerkonstruktion, Einbau und Wartungskontrollen gehören in ein gemeinsames Projekt.
Praktische Lehren
- Klemmen, Spielzunahme und Geräusch zusammen verlangen sofortige Untersuchung.
- Sichtbare Abplatzung ist ein Schadensbild, noch keine vollständige Ursache.
- Maßähnlichkeit hilft beim Screening, beweist aber keine Austauschbarkeit.
- Auf Reinigung und Bearbeitung muss qualifizierte Prüfung folgen.
- Magnetpulveranzeigen im lasttragenden Untergrund können aus einer Reparatur ein Ersatzprojekt machen.
- Eine sichere Ablehnung ist ein erfolgreiches Engineering-Ergebnis, wenn Weiterbetrieb nicht belegbar ist.
- Ersatzlager und umgebendes Kransystem müssen gemeinsam geprüft werden.
Reparierbarkeit oder Ersatz prüfen lassen
Senden Sie Lagerzeichnung, Maschinenmodell, Hauptabmessungen, Verzahnung, Symptome, Lastdaten, Spielverlauf, Wartungsprotokolle und klare Fotos. MERYDOM kann die Evidenz mit Referenzen wie 133.50.3150 vergleichen und den Prüf- oder Ersatzumfang festlegen. Engineering für Hafenmaschinen prüfen Falldaten zur technischen Prüfung sendenDie gleiche Evidenz ist für Deck- und Bargeräte unter Salznebel relevant. Käufer von Drehverbindungen für Marinekrane sollten Beschichtung, Dichtungen, Wassereintritt und Fettspülung in Schadensanalyse und Ersatzspezifikation aufnehmen.
